Das Infolexikon
...und Blog über die Uni FrankfurtInformatik und Kram
Da wir lange nicht wußten, wo wir das für die Uni ausgearbeitete Material unterbringen sollten und auch einen schrecklichen Drang hatten der Welt diverse Sachen aufzudrücken...
| Platinen selbst ätzen - Vidcast I |
Endlich hab ich genug Zeit gefunden, um mal meine erste Platine selbst zu ätzen! Schreibtisch freigeräumt, die UV-Lampe eingesteckt, Entwickler- und Ätzlösungen angesetzt, und los gehts!
Material
Vorbereitung
Layout erstellen
Erstmal ein Layout mit eagle erstellen, in meinem Fall hab ich nur bisschen Text, zwei Pinheads und zwei Kontaktflächen für LEDS, mit Leiterbahnen dazwischen, um den Belichtungstest zu machen. Das ganze dann spiegelverkehrt auf die Overhead-Folie gedruckt.Entwickler ansetzen
10g Natriumhydroxid auf einen Liter Wasser. Ich hab zwei Teelöffel voll genommen, das hat gut funktioniert :-)Ätzlösung ansetzen
So lange Eisen(III)-Chlorid ins Wasser schütten, bis wir eine gesättigte Lösung haben. Ich hab hier diese Kügelchen vom Conrad, die lösen sich ziemlich langsam. Meine erste Lösung war viel zu schwach, obwohl sie schon undurchsichtig war. Die zweite Lösung hab ich in nem Glas gemacht, dass ich bis über die Hälfte (!) mit den Kugeln gefüllt habe..Man muss ne Zeit lang rühren, aber das Ergebnis lohnt sich!Halterung für UV-Lampe organisieren
20cm sind wohl der optimale Abstand, jedenfalls bei meinem Gesichtsbräuner. Ich hab dazu so ein IKEA-Körbchen genommen, das war genau 20cm tief..dort hab ich die Platine reingelegt zum Bestrahlen, hat super funktioniert!Los gehts
Belichten
Schutzfolie von der Platine abziehen, bedruckte Folie mit Layout auf die Platine legen, mit Glasscheibe fixieren. 2-3 Minuten belichten, 20cm Abstand zur UV-Lampe.Entwickeln
Dann die Platine ca. 1 Minute in die Entwickler-Lösung (Natriumhydroxid), bisschen mit der Pinzette bewegen, man sollte ziemlich deutlich die späteren Leiterbahnen erkennen!Ätzen
Anschliessend rein in die Ätzlösung damit (Eisen(III)-Chlorid). Mit der richtigen Lösung sollte das ganze innerhalb von 10 min. soweit runter sein, dass wirklich nur noch die kupfernen Leiterbahnen auf dem ansonsten blanken Basismaterial vorhanden sind.Nachbearbeitung
Mit Wasser abspülen, mit nem weichen Lappen abwischen, und dann mit Lötlack besprühen!Fertig!
Alles fertig, bitte Teile auflöten!Vidcast
Und hier das ganze nochmal als Video, ich hoffe, wir haben bald ne rss-vidcast-seite, dort könnt ihr unsere Videos dann runterladen!--- UPDATE 14.04.2008 ---
Dank eines Tips von nem Berliner Kollegen benutzen wir jetzt zum Ätzen Natrium-Persulfat.Das ist angenehm blau und durchsichtig, so dass man sehen kann, wie weit der Ätz-Prozess ist. Die letzten Ergebnisse sprechen für sich, einfach super das Zeug. Bilder:
| Erstellt | 4. März 2008 23:05:49 | Geändert | 14. April 2008 13:12:19 |
|---|---|---|---|
| Von | Tobias Weis | Kategorien | Technik |
| 12 Kommentar(e) | |||
Kommentare
schöne doku muss ich sagen :D
krasse wurst... darf ich löten? :D
Mann, woher du die Zeit für sowas nimmst. Aber Respekt! Nur: wo war der "Belichtungstest"?
Jetzt mecker hier mal nicht rum Adam. Du hast ja noch nicht mal Zeit für Party, du kranker Mensch!
Mzn hat die Mitbewohnerin nicht gesehen :( Enrike go!
boa du bist ja cool
cool, das es das noch gibt?
Damit habe ich vor 20 Jahren schon genau so gearbeitet (bis auf Softwareunterstützung...). Bei Elektor gabs Layouts mit unbedruckter Rückseite in der Zeitschrift, die konnte man einfach ein wenig einfetten und damit das Papiert zum Belichten transparent machen. Aber keine Creme mit UV-Schutz nehmen, das wäre nicht gerade optimal...
War damals auch schwer mit Nadeldrucker und selbstgeschriebenen Programmen auf Folie zu drucken, dann musste man entweder erst zum Copyshop laufen um ne Folie draus zu machen oder eben einfach die Creme nehmen!
Damit habe ich vor 20 Jahren schon genau so gearbeitet (bis auf Softwareunterstützung...). Bei Elektor gabs Layouts mit unbedruckter Rückseite in der Zeitschrift, die konnte man einfach ein wenig einfetten und damit das Papiert zum Belichten transparent machen. Aber keine Creme mit UV-Schutz nehmen, das wäre nicht gerade optimal...
War damals auch schwer mit Nadeldrucker und selbstgeschriebenen Programmen auf Folie zu drucken, dann musste man entweder erst zum Copyshop laufen um ne Folie draus zu machen oder eben einfach die Creme nehmen!
unsere aktuellen ergebnisse sind wirklich super gelungen. hab jetzt endlich das avr evu board fertig.werd später mal den scheiß zusammenlöten und hoffen, das es funzt. das ist dann auch wieder mal nen artikel wert!
Sehr interresant. Aber es kan nur mein Hobby sein nicht mehr. Man kann verrückt sein wenn man immer diese macht.
achso!
Eine super Hilfe
Etwas einfacher währe es, eine normale Kupferplatiene zu nehmen. Das Layout auf eine Zeitschriftenseite zu drucken (z.b.: reicheltkatalogseite), am besten mit einem Laserdrucker . Warum?
Hier die Antwort: Der Toner auf dem dünnen Papier, kann mit dem Laminiergerät auf die Platine übertragen werden (4-5 mal durch das Laminiergerät ziehen). Dadurch ist der aufdruck auch Ätzsicher aufgebrannt. Ein kleines Bad in einer Schale mit Spüli löst dann das Papier und der Toneraufdruck sollte gut sichtbar auf der Platine zu erkennen sein (wenn das laminieren geklappt hat, sollte die übertragung auf die Platine sauber erfolgt sein, dass auch dünne Leiterbahnen nicht verwischt sind und auch leicht kratzfest sind). Danach einfach die Platine in ein Spülbad mit Spüli das Papier gründlich entfernen. Ein Ätzbad im Natriumpersulfat und sie da, die Platine wurde geätzt. Nun den Toner mit Azeton von der Platine säubern und die fertige Platine ist sichtbar. Wer möchte kann sie dann gegen Korusion schützen. Entweder durch Zinn oder Lötlack.
Hier die Antwort: Der Toner auf dem dünnen Papier, kann mit dem Laminiergerät auf die Platine übertragen werden (4-5 mal durch das Laminiergerät ziehen). Dadurch ist der aufdruck auch Ätzsicher aufgebrannt. Ein kleines Bad in einer Schale mit Spüli löst dann das Papier und der Toneraufdruck sollte gut sichtbar auf der Platine zu erkennen sein (wenn das laminieren geklappt hat, sollte die übertragung auf die Platine sauber erfolgt sein, dass auch dünne Leiterbahnen nicht verwischt sind und auch leicht kratzfest sind). Danach einfach die Platine in ein Spülbad mit Spüli das Papier gründlich entfernen. Ein Ätzbad im Natriumpersulfat und sie da, die Platine wurde geätzt. Nun den Toner mit Azeton von der Platine säubern und die fertige Platine ist sichtbar. Wer möchte kann sie dann gegen Korusion schützen. Entweder durch Zinn oder Lötlack.



